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Oktober 2017

Käpt’n Iglooooo

Neues aus dem Bereich Fangmethodik.

Schritt 1: Elektrischer Stuhl.

„Plattfische wie Seezungen verkrampfen sich u-förmig und ragen mit Kopf und Schwanz nach oben. Sie können sich nicht mehr in den Meeresboden eingraben und fliehen“

Die sind dann aber noch nicht tot.

Schritt 2: Rückgrad brechen.

„Bei größeren Rundfischen wie Kabeljau und Wittlingen kommt es in einigen Fällen zu so starken Muskelkrämpfen, dass dadurch das Rückenmark durchtrennt wird“

Die sind dann aber noch nicht tot. In diesem Zustand leiden die Fische dann einfach weiter im Netz, denn der Fangvorgang dauert mehrere Stunden.

Schritt 3: Organe platzen

Die Fische schwimmen nicht an der Oberfläche. Das ganze passiert in 20 oder mehr Metern Tiefe mit entsprechendem Wasserdruck. Wird das Netz aus dem Wasser geholt, werden die Fische an die Wasseroberfläche gebracht. Hier herrscht deutlich niedriegerer Druck. Für so niedrigen Druck sind die Körper nicht gemacht, innere Organe und Augen platzen.

Die sind dann aber noch nicht tot.

Schritt 4: Vergasung

Fische atmen keine Luft. Für Fische ist Luft ein tödliches Giftgas, genau wie CO2 für Säugetiere, etwa für Küken, Ferkel und Hundewelpen. Sie alle werden auf diese Weise getötet, alle werden vergast. Darin hat Deutschland 70 Jahre Erfahrung.

Der Artikel ging übrigens mit einem Euphemismus los:

„Der niederländische Fischereiverband will demonstrieren, wie harmlos das sogenannte Elektrofischen ist.“

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Elektrifizierte-Fischerei-Neue-Elektronetze-fuer-Fischkutter-3835390.html

Was kannst du dagegen tun? Konsum einstellen. Lass es einfach.

Aber dann müsstest du das Fischbrötchen ja liegen lassen. Das ist vielleicht zu viel verlangt.

Weiterer Kommentar:

„Fische werden nicht schonend getötet. So oder so.

Nur zur Info.

Beim schnellen Bergen des Fanges aus der Tiefe kommt es durch den Druckabfall zum Platzen von Augen und inneren Organen. Aber das Ersticken durch das nicht mehr vorhandene Wasser ist vermutlich auch nicht schöner.“

Die Schritte weichen ggf. von Anbieter zu Anbieter ab, hier noch eine unvollständige Auswahl für Hannover und Bremen:

– Nordsee
– Fisch Wilke
– Thürnaus Fischhalle
– Deutsche See
– Joe Göbser’s Fisch
– Marianne Berkhahn Fischspezialitäten
– GOSCH an der Markthalle
– Frischteam Behrens
– Strothoff Fische Delikatessen
– Fischfeinkost Jürgen Brümmel
– Fischfeinkost Schnelle
– Fisch-Feinkost Kähler
– Deutsche See3

„Fleischerei Violka“ hatte ich versehentlich in der Liste, hierbei handelt es sich aber scheinbar um einen Betrieb, der kein Meeresfleisch* verarbeitet. Leitspruch laut Website ist „mit Liebe hausgemacht“. Mit LIEBE hilflose Tiere töten. Solcher „Liebe“ kann ich nichts abgewinnen. Da würde ich mir als Kind echt Gedanken machen, was meine Eltern meinen, wenn sie mir sagen, dass sie mich „lieben“. Oder ich aus „Liebe“ gemacht wurde.

* Vorsicht Wortschöpfung

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