Presse ohne Begründung

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn Presse neutral arbeitet und allein Präsentationsarbeit leistet. Schwierig wird es dann, wenn Reporter anfangen zu urteilen und sich auf eine Seite stellen.

http://www.zeit.de/kultur/film/2017-07/geschlechtervielfalt-film-fernsehen-studie-uni-rostock

Besonders vorsichtig sollte man bei Meldungen sein, die ein Urteil vorausnehmen und damit suggestiv arbeiten.

„Der Bechdel-Test ist erfüllt, wenn die folgenden Fragen mit Ja beantwortet werden können:

• Gibt es mindestens zwei Frauenrollen, die namentlich erwähnt sind?
• Sprechen sie miteinander?
• Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann?“

Ich sehe keine Relevanz in den Fragen. Welcher Test wendet diese Kriterien auf das andere Geschlecht an? Mit welchen Ergebnissen? Und warum sind gerade diese paar Kriterien ausschlaggebend für die „Weiblichkeit“ eines Films? Und ist der dann automatisch besser? Rein statistisch nimmt die Zahl der Filme die den „Test“ bestehen immer weiter zu. Aber die Qualität der Filme insgesamt nimmt stetig ab.

Und was sagt das sonst so aus? Wo sind denn die ganzen Schauspielerinnen, mit denen man irgendwelche Stellen besetzen soll? Sind die objektiv besser? Oder haben sie wenigstens bessere Abschlüsse? Ist das Preis/Leistungsverhältnis zwischen den Geschlechtern vergleichbar?

Wo sind die ganzen arbeitslosen weiblichen Regisseure? Was genau macht einen Film besser, wenn diese Kriterien von Menschen mit Vagina erfüllt werden?

„Die Ergebnisse sind erschütternd“

Die Ergebnisse sind erstmal da. Und die Erschütterung ist eine persönliche Perspektive. Ohne eine Analyse der konkreten negativen Auswirkungen hat die ganze Statistik keine Substanz. Sich darüber aufzuregen reicht halt nicht.

Fazit: Begründungslosigkeit.

Zitate aus den Kommentare:

„Man kann es als Ausgleich sehen: Im Kindergarten bekommt das Kind eigentlich ausschließlich Frauen zu Gesicht. In der Grundschule auch überwiegend.“

„Ein Anfang wäre es, das Geschlechtsverhältnis fiktionaler Gewaltopfer anzugleichen. In der überwältigenden Mehrzahl sind es Männer, denen auf dem Fernsehschirm Schlimmes widerfährt, sei es als Antagonist oder unschuldigen Opfer. Derzeit wird ein Weltbild verbreitet, welches männliches Leid bagatellisiert.“


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